Die Lagunen Route von Uyuni zur Grenze nach Chile

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Laguna Canapa. Letzte Nacht war ich mit Jan, Peter und Lukas und Ihren drei Fahrzeugen am Eisenbahn Friedhof. Die Nacht war mit minus 6 Grad angegeben und Lukas und Amber taten mir Leid, weil Sie keine Standheizung haben. Morgens ließ Peter aus Belgien seine Drohne steigen und ich fuhr mit Lukas nach dem Frühstück in die Stadt Uyuni, um noch die letzten Sachen zu besorgen. Dann ging es los in die Wüste. Ich habe zusätzlich 50l Diesel dabei, 20 l Trinkwasser und ca. 40 l Brauchwasser. Ich bin gerüstet für 4-5 Tage ohne weitere Versorgung. Nach 90 km kam die letzte Tankstelle, wo wir noch mal auffüllen wollten. Leider war dort der Diesel aus. Somit müssen wir es so versuchen. Nach weiteren 100 km ging die bis jetzt gute Schotterstraße ab in einen steinigen Feldweg. Hier schaffen wir nur noch ca. 15 kmh. Somit kamen wir nach einer guten Stunde Fahrt und 15 km an der Laguna Canapa an. Mir kam der Platz bekannt vor und ich erinnere mich, das ich hier vor 5 Jahren auf der Reise mit Jo auch war. Besonders waren mir die unerwarteten Flamingos in Erinnerung, die in der kleinen Lagune auf 4200 m Höhe sich tummelten. Tagsüber hat es hier ca. 10 Grad und viel Wind. Bin gespannt wie kalt die Nacht wird. Lukas und Amber gingen in Ihr Auto um zu kochen und zu essen. Ich tat gleiches und dann lud ich die beiden zu mir ein, weil mein Auto beheizt war.

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Laguna Canapa. Die Nacht war sehr kalt. Aufgrund der Höhe, oder weil ev. Der Diesel der Standheizung sulzig wurde wegen der Kälte fiel auch meine Heizung aus. Es gefror sogar in das Auto hinein. Mein Wasser vom Waschbecken inclusive Wasserhahn waren gefroren. Ich holte mir Wasser vom See, wobei die Frau von dem Haus an dem wir parkten schon früh das Eis aufhackte und Wasser schöpfte. Die Morgensonne war eine Wohltat, wobei die Temperatur auch nur so 5 Grad plus erreichte. Lukas parkte sein Auto gegen Osten so das die Sonne seinen Motor vorwärmen soll. Sie haben Startschwierigkeiten.

Stone Tree.  Die heutigen ca. 100 km fuhren wir in ungefähr 5,5 Std. Fahrzeit. Die Strecke verlief meist zwischen 4500 und 4700 m Höhe. Wir kamen an drei Lagunen vorbei, von denen jede von Flamingos besiedelt war. Es ist unglaublich, das sich die Tiere in dieser Kälte halten. Morgens stapfen sie über die Eisfläche, die gegen Mittag taut. Auf der Höhe leuchtete bei mir wieder die Lampe für den Rußpartikelfilter. Leider habe ich die nächsten Tage kein Internet, so das ich den Fehler mit Ettl beheben könnte. Um nicht in den Notfahrmodus zu kommen versuchte ich die Motordrehzahl auf 2500 upm zu halten, was bei diesen Wegeverhältnissen nicht leicht ist. Nachmittags kamen wir noch an einem Felsen vorbei, an dem einige Hasen waren. Die Tiere waren gar nicht scheu. Dann fuhren wir noch 17 km weiter zum Stone Tree. Dies ist aber kein versteinerter Baum, sondern nur eine Felsenformation im Sand. Der Nachtplatz liegt auf 4500 m Höhe und ich rechne mit ca. 20 Grad minus die Nacht. Leider ist aufgrund der Höhe meine Dieselstandheizung ausgefallen. Ich versuchte noch über den Tester den Fehler zu beheben. Leider ohne Erfolg. Somit wird es vermutlich eine recht kalte Nacht.

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Aguas Termales. Die Nacht war bitterkalt. Die Standheizung kann in der Höhe nicht starten. Als ich in der Früh versuchte den Gaskocher anzuzünden ging dieser auch fast nicht an. Ich brauchte einige Versuche. Auch hier macht sich der geringe Sauerstoffgehalt bemerkbar. Aber schlussendlich brachte ich Ihn doch an und konnte mir Tee kochen. Die wärmenden Sonnenstrahlen taten gut. Wobei es hier auch tagsüber kaum über 10 Grad wird.

Erste Wüstenerfahrung. Es gibt weder Tankstellen, noch eine Ortschaft, geschweige denn einen Laden, Restaurant. Es gibt nicht einmal Straßen. Die Höhe und die Kälte macht uns zu schaffen. Ich habe ständig das Gefühl den Feinstaub der Wüste einzuatmen. Die Autos haben es auch schwer mit dem wenigem Sauerstoff. Der Sand und Staub ist überall. Dafür werden wir entlohnt mit einer atemberaubenden Landschaft die zeitweilig surreal wirkt. Auch uns selbst macht die wenige Luft zu schaffen. Nicht nur, wenn man ein wenig wandert, sondern auch nachts fühlt man sich ein bisschen schwummrig.

Die Fahrt ging zur Laguna Colorada. Die farbenfrohe Lagune. Jede Lagune ist bevölkert von rosaroten Flamingos. Das Wasser der Laguna Colorada ist zeitweise richtig rot von den Algen welche von den Flamingos so gerne gefressen werden. Wir wanderten auf einen Aussichtspunkt und fuhren dann weiter zu den Geysiren. Diese lagen auf 4900 m und wir kamen erstmals an einer kleinen Ortschaft (ca. 10 Häuser) vorbei. Leider spritzte kein heißes Wasser aus dem Boden sondern nur heißer Schwefeldampf. Zu einer der Grenze nach Chile sind es von hier aus nur noch 5 km. Der Grenzübergang liegt auf 5033m Höhe und soll der höchst gelegenste der Welt sein. Die Piste bis dahin war so übel, das Amber und Lukas nicht hinunter fuhren. Die vorgefahrenen Spurrillen waren oft überwuchert von Schnee und Eis, so, das wir oft umkehren oder umfahren mussten. Dann ging es weiter zu Aguas Termales. Zu den heißen Quellen. Diese lagen nur noch auf 4400m. Wir sprangen in das warme Wasser und parkten unsere Autos zum Nachtquartier.

Die Lagunen Route führt von Uyuni bis San Pedro (Chile). Sie ist ca. 500 km, ohne Tankstelle oder Einkaufsmöglichkeit. Sie ist durchgängig auf einer Höhe von 4200 bis 4900 m. Es gibt keinen Asphalt. Meist gibt es nicht einmal Wege, sondern man fährt den Spurrillen von Vorgängerfahrzeugen nach. Die manchmal auch im Nichts enden. Es ist eine tolle Erfahrung so auf sich allein gestellt zu sein und die Herausforderungen an zu nehmen.

Abends machte ich einen Salat und Amber machte Nudeln mit Sauce und ich brachte noch eine Falsche Rotwein mit in den Bus von Amber und Lukas.

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San Pedro de Atacama, Chile. Nach einer weiteren kalten Nacht fuhren wir die 38km zu den Lagunas blanca und Laguna verde. Dort trafen wir Jan und Peter wieder. Wir machten ausgibig Mittag und fuhren dann los Richtung Grenze nach Chile. Die letzten 4 Tage habe ich ausschließlich im 1. Und 2. Gang zurück gelegt. Leider war bei dem Grenzposten nur eine Immigration aber keine Autoausfuhr möglich. Die Grenzer schlugen vor die 80 km südlichere Grenze zu nehmen. Bei den Geländeverhältnissen wäre das fast eine Tagesreise. Wir entschieden, dass wir einfach ohne Autoausfuhr nach Chile reisen. Die Grenze in Chile war gut organisiert. Die Autos wurden akribisch durchsucht und wir mussten Obst, Gemüse, Kokablätter, Kartoffeln und sogar meinen Honig her geben. Da dies nicht einzuführen war. Die Grenze war auf 4650 m Höhe und mein Auto schaffte es fast nicht  mehr los zu fahren.   Die 42 km nach San Pedro de Atacama gingen nur bergab, so das wir wieder in angenehmen Gefilden bei 2400 m Höhe landeten. Eine Wohltat. Wir gingen erst mal Geld tauschen und etwas Essen. Gestern war in Chile Nationalfeiertag und die Feierlichkeiten sollen noch die ganze Woche dauern. Auch ist San Pedro de Atacama sehr gut touristisch erschlossen, so das Lukas meinte einen Kulturschock zu bekommen. Die beiden wollten sich einen Campingplatz sparen so das ich allein einen suchte. Abends zog ich noch mal los, neuen Honig, Tee und Brot zu kaufen. Und endlich habe ich auch wieder Internet. Ich muss dringend mit meinem Mechaniker das Notprogramm vom Auto auflösen und das Russpartikelfilter Reinigungsprogramm starten. Bolivien durchreiste ich in 17 Tagen und legte 1550 km zurück. Alles ausschließlich höher als 3700 m.ü.M. und ca. die Hälfte der Strecke auf Schotter oder Staubstraßen.

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