Peru vom Norden nach Lima

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Etappe vor meiner Heimreise vom 02.07.  bis 17.08.2018

Chuquicara, 70 km vor Canon del Pato. Ich bin wirklich überrascht, das es hier am Strand so kühl ist. Es hat tagsüber nur 19 Grad! Somit habe ich mir lange Hosen, Socken und einen Pullover angezogen um erst das Fussballspiel Mexico gegen Südkorea an zu schauen. 2:1. Und eine Stunde später das Spiel Deutschland gegen Schweden. Es war wirklich ein Krimi. Ich dachte fast die Deutschen schaffen das nicht mehr. Sie waren so viel besser als die Schweden, aber bis zur Halbzeit stand es 1:0 für Schweden und dann 1:1. Wir brauchten aber einen Sieg um weiter zu kommen. Erst in der letzten Minute der 5 min. Verlängerung fiel das 2:1 für Deutschland. Dann war es schon 15 Uhr und ich fuhr los um noch mal ein bisschen Strecke zu machen. Es geht auf schöner Teerstraße erst flach, dann in die Berge, wobei alles um mich herum trocken ist. Es hat etwas von einer Wüste in der ich entlang fahre. Nach 3,5 Stunden kam ich etwa 170 km und als es dämmerte kam ich an einer Tankstelle in Chuquicara zum stehen. Ich fragte den Tankwart, ob er mich übernachten lassen würde. Da ich ziemlich Zahnweh hatte, machte ich mir nach dem Rezept von Hildegard von Bingen einen Tee aus Rotwein und Eisenkraut mit Wermut. Ich nahm gleich eine halbe Flasche Rotwein, denn viel hilft viel. Leider war der Tee so bitter und greislig, das es mir unmöglich war den ganz zu trinken. Die Bitterkeit brennt auf der Zunge und im Hals. Abends merkte ich auch noch, das ich fiebrig wurde und ich schaute mit noch einen Film an und legte mich dann hin. Ich schwitzte die ganze Nacht und fühlte mich in der Früh schon viel besser. Aber ich musste mein nass geschwitztes Bettzeug trocknen.

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Huaraz. Die Fahrt ging in Richtung Canon del Pato. Es ist alles sehr trocken hier, bis auf den Fluss, der den Canon herunter kommt. Es ist eine spektakuläre Landschaft und eine beängstigende Straßenführung. Meist ist die Straße nur einspurig. Auch die Tunnel sind nur einspurig. Jeder Gegenverkehr löst einen Adrenalinstoss aus und wird gefolgt von rangieren bis auf den Zentimeter genau an die Felswände heran. Nachdem ich den Canon passiert habe ging es bergaufwärts. Auf 2600 m blieb es weiter trocken und zu Mittag zu wurde es sehr heiß. Mit 27 Grad tauchten die ersten weißen Riesen hinter den Felswänden auf. Ich weiß, das sich der Schnee/Gletscher erst ab 5000 m bildet. So schätze ich das viele Berge gut über 6000 m hoch sind. Von dem schweizer Landrover Fahrer hatte ich noch den Tip zur Lagona Paron zu fahren. Aber als ich sah, das dis 33 km Schotterpiste ist, als 66 km hin und zurück und ich nur abschätzen kann wie lange ich dafür brauchen würde dachte ich das mir der Aufwand zu hoch ist nur um einen weiteren schönen Platz zu sehen. Also fuhr ich weiter Richtung Süden nach Huaraz. Auffällig ist das sich die Kleidung speziell der Frauen hier wieder gewandelt hat. Die bunten Röcke sind kürzer und die Hüte höher mit glitzernden Verzierungen. Auch alte Frauen haben glitzernde Blusen und verschiedene meist hohe Hüte. Was mir auch aufgefallen ist, das die Frauen immer beschäftigt sind. So sehe ich viele die beim warten stricken. Ich habe sogar schon gesehen, das Frauen während des Gehens Garn spinnen. Als ich in Huaraz ankam suchte ich mir erst einen Nachtplatz vor einem Hotel, dann fuhr ich in die Innenstadt um zu essen. Als ich dort einparkte ging die Lenkung nur noch extrem schwer. Es kommt mir vor als ob der Lenkkraftverstärker ausgefallen ist. Nur ein Glück, das mir so was nicht auf einer schmalen Kurve vor einem Abgrund passiert ist. Nun ich hoffte, das sich das Problem eventuell behoben hat, nachdem ich vom Essen zurück kam, aber dem war nicht so. Also machte ich eine Diagnose mit meinem Laptop aber auch ohne Erfolg. Ich fuhr die 3 km zum Hotel zurück ohne die Lenkunterstützung und ich habe sehr geschwitzt. Somit habe ich für morgen schon einen Plan, was zu tun ist.

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Huaraz. Leider bekam ich bei meinem Nachtplatz für 30 Soles (10 USD) was bereits teuer ist keine Dusche. Diese würde 20 Soles zusätzlich kosten. Damit war ich nicht einverstanden. Somit fuhr ich früh ohne Lenkunterstützung zum VW Mechaniker VM Motors. Es ist der Keilriemen gerissen, aber auch die Spanner und die Führungsrädchen kaputt. Ich sagte, das es noch gut wäre den Dieselfilter zu wechseln. Sie machten mir ein Reparaturangebot von ca. 650,-USD was mir entschieden zu teuer war. Ich habe bei meinem Mechaniker in Deutschland angerufen und nach den Teilepreisen gefragt. Die Preise hier sind doppelt bis dreifach so hoch. Für den Keilriemen, der daheim 16,-€ kostet verlange die hier 50,-USD aber ich hatte noch einen dabei. Somit mussten wir die Spannlager und Rollen besorgen. Ich vermute das wir dabei immer noch bei rund 300,- USD Kosten sind. Auch müssen die Teile erst im 400 km entferntem Lima bestellt werden. Bin gespannt ob diese morgen geliefert werden wie versprochen. Mittags fuhr ich mit dem Taxi für ca. 1,-€ in die Stadt ging essen und spazieren. Abends kam ich zurück und die Mechaniker schoben mein Auto hinaus so das ich darin auf der Straße übernachten kann.

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Huaraz. Am morgen sprang mein Auto gar nicht mehr an, und es brauchte 5 Mechaninker um das Auto in die Werkstatt zu schieben. Ich fuhr mit dem Taxi wieder in die Stadt und schaute Fussball. Als ich um 15:30 Uhr zurück kam war das Auto soweit schon fertig, leider habe ich den Autoschlüssel aus Versehen mit mir genommen, so das die Mechaniker nicht Probe fahren konnten. Also es musste noch Probe gefahren werden und das Auto wurde dann noch gewaschen und die vorderen bereits nach 15.000 km halb abgefahrenen Reifen mit den hinteren noch nicht so abgefahrenen getauscht. Nun kam es zur Rechnung. Die beiden Ersatzteile, den Keilriemen Spanner für 180 USD, kostet in Deutschland 53,-€ und ein Rädchen, kostet hier 95,- USD und daheim ca. 30,-€. Mit Einbau kostete es 940 Soles, ca. 300,- USD. Aber am Ende des Tages war ich froh, das nun das Auto wieder läuft und es gescheit von einer VW Fachwerkstatt repariert wurde. Der Obermonteur beteuerte, das die Teile so teuer sind, weil diese aus Deutschland kommen. Abends habe ich noch eine Nachricht bekommen, das Matt und Helen auch in der Stadt sind. Ich kenne die beiden vom Segelschiff nach Kolumbien. Abends fuhr ich wieder zurück zu meinem Stellplatz vor dem Hotel, weil ich dort sicher das Deutschlandspiel morgen anschauen kann.

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Huaraz. Nach dem das Daumen drücken der Deutschen Nationalmannschaft nicht genützt hat, bin ich in die Stadt gefahren um eine Wäscherei zu suchen. Meine einfache Wäsche kann ich heute noch abholen, aber die Sitzbezüge werden erst morgen abends fertig. Nachmittags ging ich ein wenig in der Stadt spazieren. Plötzlich kam ein Paradeumzug vorbei mit Musikkapellen und verschiedenen Vereinen. Da ich fast alle meine Soles für die Autoreparatur gebraucht habe musste ich noch Geld wechseln gehen. Abends ging ich meine saubere Wäsche abholen und im Cafe Andino Abendessen. Über Nacht blieb ich wieder vor meinem Hotel.

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Huaras. Vom 3200 m hohem Huaras fuhr ich wieder 70 km zurück Richtung Norden. Die Straße führte wieder hinunter auf 2300 m wo es bei strahlendem Sonnenschein 28 Grad warm wurde. Als die Straße dann Richtung Laguna Peron abzweigte wurde dies einspurig und recht staubig. Die weiteren 30 km brachten mich hinauf auf 4200 m. Das Wetter blieb sehr schön, aber es ist richtig kühl in der Höhe. An der Laguna Peron war ein Zeltplatz den viele Bergsteiger als Basislager nützen.Der strahlend türkisfarbene See mit den Gletscherbedeckten 6000 ern bei tiefblauem Himmel waren Postkartenmotive. Für die 200 km hin und retour brauchte ich jedoch 6,5 Std. Als ich wieder in Huaras ankam holte ich den Rest meiner Wäsche und besuchte noch Matt und Helen in Ihrem Hostel. Vorher jedoch ging ich noch zum Friseur, das ich nicht so „verwildert“ ausschau wenn ich nach Hause komme. Matt und Helen kenne ich seit der Überfahrt nach Kolumbien. Ich brachte sie noch zur Busstation und blieb wieder wie gehabt vor dem Hotel im Auto über Nacht.

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Lima. Auf mein Fieldbook habe ich heute in der Früh noch maps.me und IOverlander runter geladen, weil das programmierte Offroadnavi für mich nicht sehr benutzerfreundlich ist. Das herunterladen daurerte ca. 30 min. Um 9:15 Uhr war ich auf dem Weg und ich freute mich, das ich zeitig weg kam und schönes Wetter vor mir habe. Ich startete einen neuen Titel vom Hörbuch und fuhr freudig los. Noch in Huaras riefen mir Leute auf der Straße zu und bedeuteten mir, das was am Auto nicht in Ordnung sei. Ich hielt an und schaute nach. Da stand auch gleich ein Automechaniker mit einem Toyota Overall vor mir. Er sagte, das der vordere rechte Reifen wackelt. Ich holte mein Wagenkreuz um die Schrauben nach zu ziehen. Aber daran lag es nicht. Der Mechaniker rüttelte am Rad und sagte, das die Lenkstangenköpfe kaputt seine. Da war es schon wieder dahin mit meiner Reiseeuphorie. Der Mechaniker fuhr mit mir in eine Seitenstraße zu seiner Wohnung und schaute die Vorderräder noch mal an. Er sagte, das beide Seiten der Lenkstangen ausgeschlagen wären und ich neue bräuchte. Er ging zu seiner Firma und sein Chef kam auch gleich mit den Erstatzeilen. Nun nahm ich 400 Soles (135,- USD ) aus meiner Kasse, da ich diese ja gleich bezahlen müsste. Es brauchte 2 Stangen, 2 vordere Lagerköpfe, 2 hintere Lagerköpfe und 4 Gummiabschlüsse die mit Fett gefüllt werden müssen. Der Chef wollte für die Teile 2320 Soles, das sind 725,- USD. Was mich fast umhaute. Ich sagte sie können die Reparatur stoppen, das ist mir zu teuer. Ich fragte was der letzte Preis für die Teile wäre ohne Rechnung. Das waren 1900 Soles. Immerhin noch 600,- USD Die Reparatur selbst kostet 20,- USD und 7,- USD Fett. Ich überlegte, ob ich zum VW Händler fahren soll, bei dem ich vor ein paar Tagen bereits war. Aber was ist, wenn dieser die Teile erst bestellen muss. Und preislich lagen deren Teile auch bei dem dreifachem von den deutschen Preisen. Es ist zwar überteuert, aber das liegt an den Teilen selbst. Ich ließ es reparieren und dachte mir, einfach nicht ärgern. Die nächsten 80 km ging es von 3200m auf 4100m Höhe und dann in einem Tal wieder hinunter. Auf dem Weg abwärts wurde es immer trockener. Nur am Fluss war die Erde fruchtbar. Die Bauern trockneten Maiskolben und Chilli am Boden. Nach Barranca ging es dem Meer entlang. Das Navi zeigte mir eine schön ausgebaute Straße durch die Sanddünen. Es waren viele LKWs unterwegs, die ich meist schön überholen konnte. Plötzlich winkte mich die Polizei heraus. Sie erklärten mir, das dies eine Straße ausschließlich für LKWs ist und PKWs nicht erlaubt. Des weiteren haben Sie gesehen, das ich trotz doppelter Linie mehrfach überholt habe. Nun, da haben Sie Recht. Ich schaute ein bisschen unschuldig, ging aber davon aus, über Bußgeld verhandeln zu müssen. Da geschah was überraschendes, Sie ließen mich fahren und sagten ich solle einfach nicht mehr überholen. Wirklich nett die Beiden. Danke! Ich hatte 2 Mechaniker ausgesucht in Flughafennähe wo ich ev. Mein Auto stehen lassen kann. Leider gab es beide nicht mehr. Dann fuhr ich in die Stadt nach Miraflores. Das Hostel Hichhikers hatte alle Stellplätze belegt. Dann fuhr ich ins Hostel Zigzag. Dort bekam ich ein Bett, Dusche inc. Frühstück für 10,- USD. Ich habe deren Garage ausgemessen und sie ist leider zu klein für mein Auto. Aber die Inhaber sagten sie hören sich mal um, wo ich das Auto einstellen könnte.

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Lima. Heute ist Samstag und ich bin früh los um einen Stellplatz für mein Auto zu finden. Ich habe erst mal 2 VW Händler abgeklappert, aber keine wollte das Auto einstellen. Also bin ich zu Landrover und Nissan. Dort verwies man mich an ein anderes Autohaus. Als fuhr ich dort hin, alles ohne Erfolg. Ich fuhr dann wieder in das Zentrum zum Hostal Hichhiker. Dort würde die Einstellung gehen, aber für 20 Soles pro Tag. Das sind rund 6,-€ x 47 Tage als gute 250,-€. Da wollte ich doch gerne noch eine Alternative. Ich fuhr zurück zum Hostel Zigzag und fragte, ob Sie dort was für mich herausgefunden hätten. Leider auch nichts. In einer Großstadt ist dies immer schwierig. Das war in LA auch schon so. Auf Empfehlung eines Mitarbeiters von dem Hostel bin ich zu Fuß los und habe Garagen abgekappert. Einge Garage bot mir an für 350 Soles pro Monat, also 150,-€ das Auto einzustellen. Gut, ich machte dies mit dem Mann klar. Er sagte, die Bezahlung müsste bei Abholung erfolgen. Es ist dort auch überdacht, ich glaube, da bin ich gut dran.

Abends übernachtete ich im Auto vor dem Hostel. Es fuhr alle 15 min. die Polizei vorbei und ich fühlte mich vor Räubern sicher. Aber Miraflores, der Stadtteil von Lima in dem ich bin scheint mir sowieso sicher. Ich habe gelesen, das die 7,6 Mio. EW Stadt Lima nach Kairo die zweit trockenste Hauptstadt der Welt ist.

Lima. Am heutigem Sonntag nahm ich es easy. Ich schaute noch bei einigen Hotels, ob die mein Auto einstellen würden, ging essen und war ein bisschen spazieren in Miraflores. Nachmittags fuhr ich zu einer Autowäsche um alles reinigen zu lassen. Anschließend habe ich selbst noch weiter sauber gemacht. Der feine Sand/Staub auf den Schotterstraßen kommt überall hin. Abends übernachtete ich wieder vor dem Hostel Zigzag und hatte eine gute Nacht. Die Temperatur hier ist Tag und Nacht gleich. Immer bei 17 Grad. Es ist immer diesig und wolkenüberzogen.

Lima Flughafen. Heute ist es soweit. Ich mach Urlaub von der Reise. Ich fliege nach Deutschland und kehre mit Michaela am 17.08.18 wieder zurück um weiter zu reisen. Ich machte schön Frühstück im Auto und reinigte dann den Kühlschrank und dann noch das Auto weiter. Ich organisierte mein Gepäck und ging dann noch Mittag Essen. Nachmittag fuhr ich gegen 15:30 Uhr zu meiner Garage. Dort kam mir der Wärter gleich entgegen gelaufen und meinte der Preis von 350,- Soles je Monat wäre für ein Auto gewesen. Dies sei jedoch ein Bus. Ich stellte meinen Bus neben einen Toyota Hillux und wir stellten fest, das mein Bus kürzer ist. Aber er ließ sich nicht abbringen. Er meinte ein Bus kostet 550,- Soles je Monat. Rund 150,-€ also gesamt 225,-€. Ich versuchte noch zu handeln, aber hatte aufgrund meines Fluges kaum Spielraum. Ich konnte noch um 50 Soles runter handeln. Also 750,- Soles. Ich überlegte, ob ich zum Hostal Hichhikers fahren soll. Aber dort ist es nicht sicher, das der Platz noch frei ist. Es kostet dort 920,- Soles, es ist nicht überdacht und ich müsste meinen Autoschlüssel dort lassen. Also entschied ich mich in den sauren Apfel zu beissen und willigte für 750 Soles ein. Aber nun wollte er den ersten Monat also 500 Soles sofort. Ich kratzte das Geld noch zusammen und machte das Auto parkklar. Rollos runter, Batterie abklemmen.

Dann rief ich mir ein Taxi und fuhr zum Flughafen. Dort war ich auch ein bisschen gespannt, weil ich ja nach Peru mit dem Auto eingereist bin, was im Pass ersichtlich ist und aber mit dem Auto ausreisen will. Es konnte mir niemand garantieren, das dies klappen würde. An der Grenze sagten Sie mir ich müsste zu einem Notar und eine Erlaubnis schreiben lassen. Aber ich dachte ich probier es mal so. Schließlich habe ich ja eine Buchung für den Rückflug am 17.08. ich denke ich könnte dies bei Bedarf schon klar stellen. Nun ich habe neben meinem Rucksack noch 2 Hutschachteln und 4 ungefaltete Hutschachteln die nicht in mein Gepäck passten als Handgepäck. Bin gespannt ob dies noch zu Problemen führen wird. Aber jetzt bin ich am Gate und es schaut soweit gut aus.

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