Antarktis, der 7. Kontinent

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09./10.01.19

Benedikt hat mich Nachmittag um 15 Uhr am 09. Zum Flughafen gefahren. Um 18 Uhr startete der Flieger nach Paris. Dort musste ich umsteigen und um 23:45 Uhr ging es in 13,5 Stunden nach Buenos Aires. Am 10.01. kam ich Vormittag um 10 Uhr dort an. Dann musste ich mein Gepäck abholen und mit dem Bus 2 Stunden zu einem kleinerem Flughafen fahren. Dort checkte ich erneut ein und es ging um 15:45 Uhr weiter nach Ushuaia. Um 19:10 Uhr kam ich nach langer Reisezeit dort an. Am Flughafen fand ich mein Auto exakt wie ich es vor 5 Wochen zurück gelassen habe. Ich klemmte die Batterie an und fuhr zu meinem erprobten Nachtplatz an einer Tankstelle. Dort ging ich dann am Supermarkt gegenüber einkaufen um meine Vorräte aufzufüllen. Ich genoß meine erste Nacht im Bus, an den ich mich ja schon so gewöhnt habe.

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11.01.19

Ushuaia. Nach dem Frühstück im Bus habe ich Sandra und Thomas eine App geschieben, wo wir uns heute treffen sollten. Mittags fuhr ich dann in die Stadt und traf mich mit den beiden zum Mittagessen. Sie freuten sich das ich Ihre Sachen mit gebracht habe und luden mich dafür zum Essen ein. Um 15 Uhr ging ich zum Reisebüro wegen der Antarktisfahrt.  Anschließend ging ich noch ins Museum um die Historie der ehemaligen Strafkolonie zu studieren. Abends ging ich dann noch mal Essen und traf an meinem Parkplatz am Hafen zwei Schweizer in einem T4 die ich in Cusco getroffen habe. Dann fuhr ich wieder zur Tankstelle.

11.-14.01.19

Ushuaia. Da ich warten musste auf mein Schiff wurde es mir sogar ein bisschen langweilig. Das Wetter ist, obwohl Hochsommer, nicht so gut wie gedacht. Es hat zwischen 10 und 14 Grad und es regnet viel. Abends ging ich mit den Schweizern und befreundeten Australiern was trinken und an einem anderem Abend machten wir noch mit den Leuten aus Florida ein „end of the world“ Essen in einem gutem Restaurant. Aber eigentlich ist es nur ein warten bis endlich mein Schiff los fährt. Da ich das Auto kaum bewege ist es problematisch mit dem Strom. Ich habe heraus gefunden das sich auch die Standheizung abschaltet, wenn der Strom zu wenig wird. Somit schalte ich Abends jetzt erst den Kühlschrank aus um die Standheizung zum durchhalten für die Nacht zu bewegen. Leider spüre ich eine Krankheit im Anflug und ich bekomme Fieber. Ich hoffe es wird nicht so schlimm, das ich die Seereise absagen muß.

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15.01.19

Auf dem Schiff in die Antarktis. Leider wurde ich kurz vor der Einschiffung ein bisschen krank und bekam Fieber. Die Nacht im Auto schwitzte ich sehr, so das ich 6 T-Shirts und Unterhemden durchgeschwitzt. Um 10 Uhr ging ich zum Gewandverleih und holte meine Skihose und Handschuhe ab. Mittags kochte ich noch mal im Auto, so das ich meine Lebensmittel verbrauchen konnte. Leider hält der Kühlschrank nur einen Tag ohne Fahren aus, somit musste ich Ihn ausstellen. Nachmittags ging ich aufs Schiff. Es ist nicht so klein wie ich gedacht hatte. Es ist ca. 20 m breit und 139 m lang. Es sind 200 Passagiere und 65 Crew Mitglieder meine Kajüte war die Nr 421 und ich teilte diese mit einem wie er es sagte „old Fahrt“ Tom aus USA. Tom wird in 2 Tagen 80 Jahre alt. Er schläft mit Sauerstoffmaske. Ich habe mir vor Abreise noch Tabletten gegen Seekrankheit gekauft. Die Crew ist sehr international. Elke die Expeditionsleiterin kommt aus Deutschland und sagte, das selbst die Crew diese Tabletten nehmen würde, da die Antarktische See sehr unruhig sei. Nach dem Einchecken bekamen wir die ersten Briefings. Erst über Sicherheit, dann über die Antarktis. Um ca. 19 Uhr legten wir ab und um 19:30 Uhr gab es Abendessen. Es ist ein sehr schöner Essensalon wo bedient wurde. Zumindest bis die See nicht rauer wird, denn ab da ist Selbstbedienung. Wir fuhren entlang den Beagle Kanal und kamen nachts in die offene See. Die nun vor uns liegende Seestrecke heißt Drake Passage und ist berühmt berüchtigt für extremste Wetterbedingungen die es auf See geben kann. Das Wasser hat hier 0 bis 2 Grad. Beruhigend ist jedoch, da wir so weit von irgendwas entfernt sind, dass das Schiff eine eigene Krankenstation unterhält.

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16.01.19

Auf dem Schiff in die Antarktis 2. Tag. Ich schwitzte wieder die Nacht durch. Aber Fieber ist gut für die Heilung. Somit bin ich bester Dinge. Beim Frühstück waren rund ein Drittel Leute weniger als beim Abendessen und beim Mittagessen waren es nur rund die Hälfte. Das ist ein guter Indikator für die Anzahl der Seekranken. Vormittags war ein Briefing von Elke über generelle Dinge was gut eine halbe Stunde dauerte. Nachmittag bekamen wir Unterricht in der Beauford Scala. Die Beauford Scala sagt aus in welchem Zustand sie die See in Einbeziehung mit dem Wetter befindet. Es wurde erklärt das wir heute auf der Skala schon mal 8 erreicht haben, was ungefähr 80 Stundenkilometer Wind und 5 Meter hohe Wellen beinhaltet. Gleichzeitig wurde gesagt, das wir bis jetzt eine sehr gute Überfahrt hatten und uns wurden Bilder gezeigt wie die Überfahrt bei der Scala 12 ausschauen kann. Dabei schlugen Wellen so hart auf das Boot das es sogar Teile der Einrichtung zerlegt hat. Tom erkärte mir, das das Schiff extra mit Stabilisatoren ausgestattet ist um das Schaukeln so gering wie möglich zu halten. Nachmittag wurde eingelanden zum Fotografieren im Heck des Schiffes wo wir auf Albatrosse warteten. Nach 20 Minuten wurde es mir ein meiner Verfassung zu frisch und ich ging hinein um zu lesen. Beim Abendessen setzte sich eine alte Australierin zu mir die nur einen Keks und eine Scheibe Wurst auf dem Teller hatte. Sie sagte das sei das erste was sie essen kann seit wir an Bord sind. Abends wurde uns noch ein Film über Pinguine gezeigt.

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17.01.19

Auf dem Schiff in die Antarktis 3. Tag. Tom, mein Zimmermitbewohner hat heute seinen 80. Geburtstag. Ich habe gestern ein Stück Kuchen vom Buffet mitgenommen und ins Zimmer geschmuggelt, was ich Ihm heute zu Seinem Jubeltag geschenkt habe. Ich habe gut geschlafen, aber leider geht es mir nicht so gut. Mir tun die Nieren weh und ich fühl mich sehr schwach. Nach dem Frühstück hatten wir ein wichtiges Briefing über die internationalen Bestimmungen zur Reinhaltung der Antarktis von Fremdeinwirkungen. Wir mussten dort alle Teilnehmen somit schleppten sich auch alle seekranken in den Saal. Mittag habe ich mit drei Crewmitgliedern gegessen. Ein Mädchen aus Thailand, ein Junge aus China und ein Junge aus Kanada. Wir hatten sehr interessante Gespräche. Ich fragte, ob ich mal den Maschinenraum sehen könnte, aber das dürfen selbst Sie nicht. Nachmittag habe ich gelesen und mich ein bisschen hin gelegt. Dann wurde ein Vortrag über das antarktische Eis. Ich war sehr überrascht über die Qualität des Vortrages eines Wissenschaftlers der seit 20 Jahren seine Winter auf einer Forschungsstation in der Antarktis verbringt. Diese Informationen kommen aus erster Hand. „Klimawandel“ wurde mit keinem Wort erwähnt sondern es wurde nur von „global warming“ gesprochen, und es blieb ausschließlich bei belegten Fakten. Was mich sehr gefreut hat.

Es komen nun vermehrt auch Eisberge am Schiff vorbei. Nachmittags hatten wir wieder Briefings…, aber auch Vorträge über Vögel die hier beobachtet werden können. Beim Abendessen wurde mein Zimmernachbar hoch leben gelassen und die Crew hat Ihm ein Ständchen gesungen zu seinem 80. Geburtstag.

18.01.19

Antarktis. Heute in der Früh waren alles sehr umtriebig und begeistert, das wir endlich angekommen sind. Alle rannten rum und machten Fotos. Ich ging erst mal frühstücken, da waren nur wenige, dann ging auch in an Deck. Ich Geologe hat uns erzählt, das die Antarktis ca. 4000 km Durchmesser hat, aber im Winter täglich um 4 Kilometer größer wird, und somit seine Größe verdoppelt. Er erklärte das sich somit die Antarktis ausdehnt und im Sommer wieder zusammen zieht, wie der Herzschlag eines Menschen ist die Antarktis das Herz der Erde. Auch die Menge an Eis ist unvorstellbar. Es hat an den dicksten Stellen bis zu 3000 Metern. An der Peninsula (auskragender Landesausläufer) hat es wegen der exponierten Lage und den Bergen im Winter Schneefall bis zu 10 Metern. Nun sind wir umzingelt von Eisbergen und es ist bemerkenswert ruhig. Kaum Wind und kaum eine Welle. Nach gründlicher Desinfektion konnten wir in die Zodiaks (Gummiboote) und fuhren weiträumig um die Gegend. Wir sahen Pinguine aus dem Wasser springen. Was sehr schwer zu fotografieren ist. Und wir sahen jede Menge Eisformationen und Eisbrücken. Dann kamen wir an Land. Die Antarktis ist nun auch für mich der 7. Kontinent den ich betrete. Das heißt die Antarktis ist nicht nur Eismasse, sondern Land darunter. An Land fanden wir recht sulzigen Schnee vor und es war beschwerlich auf den Hügel zu kommen. Aber es lohnte sich. Die Pinguine sind so putzig wie sie in einer Reihe watscheln. Ab und zu stolpert einer und fällt auf den Bauch. Wir kamen erstaunlich nah an die Nistplätze heran und die Tierchen hatten kaum Scheu vor den Menschen. Über Mittag fuhr das Schiff an die nächste Insel heran. Ach ja, beim Essen hat mir einer erzählt, das er hier an Bord 400 USD für 10 Tage Wlan bezahlt. Um 14:45 Uhr ging es mit den Gummibooten wieder an Land. Diesmal kamen wir auch zu Pinguin Brutplätzen, die jedoch schon teilweise Junge hatten. Ein Biologe, der mehrere Winter hier auf einer Forschungsstation verbracht hat und schon einige BBC Dokumentationen gemacht hat erklärte uns, das hier in der Antarktis alles sehr schnell gehen muss. Die Eier sind in 2 Wochen ausgebrütet. Dann füttern die Eltern immer das Erstgeborene oder das Größere zuerst, weil es die bessere Überlebenschance hat, und nach 8 Wochen müssen es die Kleinen alleine packen. Beim zurückfahren mit dem Gummiboot haben wir noch 2 mal einen Humpback Wal gesehen. Die Temperatur ist hier ungefähr 0 Grad, aber wenn der Wind auffrischt, ziehts einem die Unterhose weg.

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19.01.19

Antarktis. Heute nach dem Frühstück ging es in die Gummiboote zu einer kleinen Rundfahrt. Es schneite ziemlich und die Sicht war eher schlecht. Wir konnten 2 Seelöwen auf einer Eisfläche sehen und auf einer Insel sahen wir „Pinnstripes Pinguine“ Der Wind kam hart und der Schnee wurde zu kleinen Geschossen im Gesicht. Wieder an Board bekamen wir einen Vortag von einem Geologen über die Klimaentwicklung der letzten 550 Millionen Jahre. Dabei gab es mehrere Perioden wo der Südpol abgeschmolzen war und sogar bewaldet. Auch gab es eine Landverbindung nach Südamerika, denn es wurde Dinosaurier auf der Antarktis gefunden die hier her gekommen sein müssen. Nach dem Mittag gab es weitere Vorträge. Einen sehr interessanten von einer Russin, die seit 2 Jahren auf einem Versorgungsschiff für die 50 verschiednen Forschungsstationen unterschiedlicher Länder arbeitet.  Nachmittags ging der Gummibootausflug zu einer englischen Forschungsstation die heute ein Museum ist. Dort gibt es einen Postkasten wo viele schnell Postkarten geschrieben haben und diese dort einwarfen. Auf der Fahrt zu unserem nächsten Ziel schwammen 6 Walfische um das Schiff herum, so das der Kapitän das Schiff anhielt und wir alle schauen konnten. Zwei mal sprang ein Wal komplett aus dem Wasser um sich seitwärts wieder hineinplumpsen zu lassen. Leider geht das so unerwartet, das es kaum jemand fotografieren konnte. Auch die mystische Szenerie mit den Nebel und Wolken behangenen Bergen im Hintergrund war kinoreif.  Abends wurde das Essen wieder einmal serviert. Es setzte sich eine Polin zu mir und Juan die eineinhalb Stunden allein redete. Das war mir echt zuviel.

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20.01.19

Antarktis. Diese Nacht habe ich nicht mehr soviel geschwitzt. Somit glaube ich das es gesundheitlich aufwärts geht. Die Nacht war wie alle bisherigen sehr ruhig. Der Kapitän sucht immer fast windstille Plätze aus zum ankern. Wir waren in einer großen Bucht umgeben von weißen Eisbergen und Landmasse durch dessen Täler uns gigantische Gletscher entgegen flossen. Aus unseren Gummibooten konnten wir schön Tiere beobachten. Dabei traf ich einen absoluten fotografischen Zufallstreffer. Ich verfolgte einen Pinguin im Wasser und auf einmal hüpft er auf einen kleinen Eisblock. Ich knipste Ihn, und er fiel wieder runter. Nachdem wir zwei Seelöwen gesehen haben und skurrile Eisformationen und leuchtend blaues Packeis kamen wir nach Paradies Bay zur Brown Station. Diese ist vor Jahren von einem unglücklichem Arzt der ein weiteres Jahr bleiben sollte, aber dies nicht wollte niedergebrannt worden. Auf dem Hügel hat sich einer unserer Passagiere nackt ausgezogen und ist durch den Schnee gesprungen. Dann ging das „Gerücht“ um, das es heute Mittag ein Barbeque geben soll. Also gegrillt würde. Und tatsächlich die Crew hat auf dem Oberdeck Grill aufgebaut und zusätzlich noch 2 Spanferkel gegrillt. Wir saßen alle bei 0 Grad auf dem Oberdeck und genossen unser Grillfleisch bei leichtem Schneefall als unser Kapitän schon langsam anfing in Richtung unseres nächsten Zieles zu bewegen. Nachmittags ging es aufs Festland wo wir den „aktivsten“ Gletscher der Peninsula sahen. Es krachte ein paar Mal gewaltig als Schneelawinen vom Berg herunter kamen. Leider brach kein Stück Eis vom Gletscher ab. Aber Gerald sagte, wenn dies passieren würde, käme ein 3 Meter hoher Zunami an den Strand. Dann machten wir mit unseren Gummibooten eine Rundfahrt und fanden ein paar Wale die sich schön an der Oberfläche bewegten und immer wieder fotografentauglich abtauchten mit der Schwanzflosse nach oben. Das war ein richtiges Naturschauspiel und das ganze Boot war aus dem Häuschen. Eigentlich war ich der Jenige der die Wale sah und das Gummiboot dort hin führte. Abends wurde wieder schön Essen serviert und wir bekamen noch einen Vortrag von David der  bereits seit 43 Jahren auf Antarktika ist und als Geologe hier schon viel geforscht hat. Er erkärte uns wie es über die Wintermonate in einem Camp zu geht und wie schön, aber auch wie eng es sein kann.

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21.01.19

Antarktis. Heute nacht sind wir zu einem aktivem Vulkan gefahren. Da gibt es nur 2 in der Antarktis.  Als zweite Gruppe bekamen wir als wir warteten um für die Überfahrt aufgerufen zu werden noch einen Vortag vom Geologen David über Vulkane. Wir fuhren mit dem Schiff in den Krater. Dann ging es mit den Gummibooten an Land, wo wir noch einen kleinen Krater erklimmen konnten. Von der Aktivität des Vulkans konnte ich nichts sehen. Aber er ist angeblich recht warm, was begründet, das der Schnee um uns herum geschmolzen ist. Im Anschluss sind einige Leute vom Schiff aus ins 2 Grad kalte Wasser gesprungen und machten den „Polar Punsch“. Nach dem Mittagessen fuhr das Schiff wieder zu einem anderem Ort.  Hier wurde angeboten vom Schiff aus in das eiskalte Polarwasser zu springen. Es nannte sich Polar Punsch, was immerhin 74 Leute machten. Heute ist mir der Strom am Laptop ausgegangen, somit ist das Tagebuch die nächsten beiden Tage ein bisschen spärlicher.

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22.23..01.19

Antarktis. Wir sind nun wieder auf dem Weg zurück die Drake Passage zurück nach Ushuaia. Ich traute mich ohne Tabletten und es klappte wunderbar. Die See war gut zu uns und wir hatten eine ruhige Überfahrt. Auf den Seetagen gab es jede Menge Angebot vom Plätzchen backen über Quiz und Vorträge über die Antarktis. So das die Zeit zurück wie im Flug verging. Ich las viel und ging zu den Vorträgen. Auch unterhielt ich mich gut mit meinem Zimmergenossen Tom, der auch einiges von Geopolitik verstand.

24.01.19

An der Fähre in Chile. Um 6:15 Uhr wurden wir von einem Gast mit einem eigen komponiertem Lied und Text geweckt. Um 6:30 Uhr gab es Frühstück und um 8 Uhr mussten wir vom Schiff runter. Ich ging zu Fuß zu meinem Auto und fand alles gut wieder vor. Am Schiff konnte ich meinen Laptop nicht mehr laden. Darum ging ich davon aus, das das Ladegerät kaputt ist und ich wollte mir in Ushuaia ein neues besorgen. Ich war in 7 Geschäften, aber es gab keines. Dann brachte ich mein Leihgewand noch zurück und fuhr los Richtung Norden. Ich ging noch ein bisschen einkaufen, wusste aber, das Sie mir in der Grenze nach Chile die Sachen wieder abnehmen konnten. Somit kaufte ich nur, was ich bis dahin essen konnte. Es ging bis auf heftige Winde gut zu fahren und ich kam zur Agentinischen und dann zur Chilenischen Grenze. Nach ca. 400 km musste ich auf eine Fähre, die leider wegen des starken Windes nicht fuhr. Es gab keinen Weg außen herum und auch nichts die letzten 200 km wofür es sich umzudrehen lohnen würde. Somit wartete ich. Nach 4 Stunden warten kochte ich mir eine Zwiebelsuppe zu Abend und machte mir ein Bierchen auf.

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Feuerland – Am Ziel der Panamericana

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El Calafate. Es waren 80 km zum Parque Nacional los Glaciares. Nach 5km muckte das Auto und ich fuhr wieder mal nur im Notprogramm. Trotzdem schaffte ich es hin. Es kostete 150 argentinische Pesos Eintritt. Was ungefähr 17,-€ waren. Der „kalbende“ Gletscher Perito-Moreno ist eines der eindrücklichsten Naturschauspiele die ich je gesehen habe. Der Gletscher hat eine Länge von 37km und beginnt auf einer Höhe von 1100m. Bei der Höhe von 100m stürzt er auf einer Breite von 5km in den Lago Argentino. Dabei hat der Eisfluss eine Höhe von bis zu 70m. Der Gletscher hat im Zentrum eine Dicke bis zu 700m und bewegt sich am Tag mit ca. 2m talwärts. Das knacken die durch die Spannungen im Eis auftreten ist enorm. Wenn ein Stück abbricht hört es ich an wie Donner, bevor es mit riesigem Getöse ins Wasser stürzt. Der Perito-Moreno-Gletscher gehört zum südlichem Eisfeld von Patagonien das 360km lang ist. Zusammen mit dem nördlichem Eisfeld Patagoniens von rund 100km Länge ist es mit 460km Länge die größte Eisfläche der südlichen Hemisphäre. Der Ausfluß dieser gewaltigen Eisfläche geschieht über 48 große Gletscherströme., von denen sich der schnelltste San Valentin mit 17m pro Tag nach unten bewegt. Bei der Flußgeschwindigkeit ist die Frage wo diese gemessen wird. Ich denke das im unteren Teil die meiste Bewegung absorbiert wird durch die Verdichtung des Eises. Das sich von 200 kg/m3 bis auf 900kg/m3 erhöht. Weiter ist interessant das sich die Eisfläche die letzten 90 Jahre nicht verringert hat. Vor dieser gewaltigen Demonstration der Natur kann man nur bewundernd zurückkehren. Auf der Rückfahrt nach El Calafate 22.000 EW bin ich noch ins Eismuseum gegangen und übernachtete wieder am gleichem Campingplatz wie gestern.

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Nationalpark Torres del Paine. Ich habe vor der Abfahrt von El Calafate mit meinem Scanner die Fehler der Steuergeräte vom Auto ausgelesen und gelöscht. Somit konnte ich den Fehler beheben. Leider nur 5km weit, dann ging es wieder los. Auf der Fahrt von 330km heute habe ich dies 3mal gemacht, aber ohne dauerhaften Erfolg. Ich meine auch, das sich das Auto beim Gas geben komisch anhört. Das Motorsteuergerät zeigt mir den Fehler Ladedruckregelung an. Das hatte ich bis jetzt noch nicht. Ich fuhr 5 Stunden und kam nur an einem Ort vorbei, der auch nur aus einer Tankstelle bestand. Dann musste ich wieder über die Grenze nach Chile. Soweit fuhr ich in Argentinien 1057km weit. An der Grenze nach Chile wusste ich schon, das mir wieder einige Lebensmittel weg genommen werden. Somit versteckte ich den Honig und die guten Marmeladen. Der Nationalpark Torres del Paine kostete 21.000 chilenische Pesos Eintritt. Das sind rund 26,-€. Abends parkte ich auf dem Parkplatz eines der vielen Besucherzentren und stellte mich neben einen deutschen Mercedes Sprinter, mit denen ich abends ein bisschen ratschte.

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Puerto Natales. In der Früh habe ich noch mit Jürgen und seiner Frau weiter geratscht. Sie sagten, das es teilweise so windig ist, das Sie Angst haben das es Ihren Bus umwirft. Dann fuhr ich zum großen Wasserfall im Torres del Paine und zum Gletscher am Lago Grey. Ich wollte mit dem Schiff zur Gletscherkante fahren. Leider fuhr das Schiff erst nachmittags um 16 Uhr und kostet 121 USD. Was mir zu teuer war. Somit fuhr ich die 160km nach Puerto Natales. Hier versuchte ich meine Gasflasche auffüllen zu lassen, wurde aber auf morgen vertröstet. Die letzten 500 km fahre ich bereits wieder im Notprogramm. Darauf hin habe ich dem Mechaniker Ettl die Angaben im Tester mitgeteilt und er meint das der Schlauch vom Turbo oder der Ladeluftkühler einen Defekt hat. Da muss ich mich morgen mal intensiv kümmern. Dann ging ich einkaufen und mir den Ort anschauen. Ich fand zentral einen netten Campingplatz wo in der Auffahrt zwei Autos Platz haben. Das ich immer weiter in den Süden komme, merke ich jetzt auch da die Tage immer länger werden.

Und es ist wieder ein Jubiläum: Ich habe die 60.000 km auf der Reise heute überschritten!

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Punta Arena. Vormittags habe ich mich über das Auto gemacht und den Fehler aufgrund des Tipps von Ettl schnell ausfindig gemacht. Es ist wieder der Turboschlauch. Der hat ein Loch und somit fällt das Fahrzeug in den Notmodus. Gut das ich mir meinen alten Schlauch den ich in Kanada geflickt habe aufgehoben habe. Ich baute den alten Schlauch ein und testete mit dem Scanner das Steuergerät. Dann löschte ich den Fehlerspeicher und siehe da es geht wieder einwandfrei. Dann ging ich zur Gasstation und siehe da meine Flasche ist befüllt. Leider habe ich beim ankuppeln im Auto mein Auf und Zu Rädchen abgebrochen. Aber mit einem Schraubenschlüssel kann ich es auch einstellen. So nun ist wirklich wieder alles top! Ich ging noch Mittagessen und fuhr dann los die 240km nach Punta Arenas. Das Land wurde flach mit Viehweiden und Schafherden. Ich sah auch noch rosa Flamingos Lamas und Wasservögel. Das Wetter war heute traumhaft. Kaum Wind und strahlend blauer Himmel bei ca. 16 Grad. Punta Arenas hat mich überrascht. Das Zentrum hat 130.000EW und einiges an Kolonialarchitektur zu bieten. Ich schlenderte durch die Stadt und ging bei einem Franzosen essen. Zufälligerweise parkte ich auf einem öffentlichem Parkplatz genau neben denen wo ich schon im Camping in Puerto Natales geparkt habe.

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Punta Arenas. Leider habe ich den neu befüllten Gastank nicht nutzen können. Der Hahn hat sich gefressen und ich kann ihn auch mit Schraubenschlüssel nicht öffnen. Ich ging wieder spazieren und schaute mir die Stadt an. Das Haus der Einwanderer Braun ist heute ein Museum und zeigt wie feudal hier die Grundbesitzer gewohnt haben. Mit Hausbediensteten und Zentralheizung. Das Ganze wurde von einem französichem Stararchitekten gebaut. Mittags ging ich wieder zum Franzosen und nachmittags kaufte ich weitere Weihnachtsgeschenke. Das Wetter war heute wieder traumhaft schön.

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Rio Grande, Feuerland. In der Früh stellte ich fest, das die Standheizung ausgefallen ist. Aber diesmal durch Strommangel. Leider war es heute früh grau in grau mit Regen. Nach dem Tanken und Wasser auffüllen fuhr ich zum Friedhof von Punta Arenas, wo sich die dekadenten Einwanderer einen Wettbewerb lieferten wer die größte Kruft sein eigen nennt. Heute habe ich eine lange Strecke vor mir. Ich fuhr 400 km. Nach 150 km musste ich mit der Fähre übersetzen auf die Insel Feuerland. Ich sah die ganze Strecke über so gut wie keinen Baum und keinen Busch. Alles nur weite Weideflächen eben bis zum Horizont oder sanfte Hügel. Nach San Sebastian kam ich zur Grenze nach Argentinien. Feuerland ist nur über Chile zu erreichen gehört aber zu Argentinien. In Rio Grande hielt ich an einer Bäckerei und stellte fest, das ich meinen Verschluß für den Wassertank verloren habe. Da fuhr ich zu einem Handwerkergeschäft und besorgte mir einen provisorischen Verschluss. Abends brach mir noch das letzte Plastik meines Klapptisches im Bus weg. Des ewige rütteln auf den Schotterstraßen verlangt seinen Tribut. Abends parkte ich in der Einfahrt eines Hostels wo ich ein bisschen windgeschützt bin und wlan habe. In Chile fuhr ich nun noch mal rd. 770 km was zusammen mit den 6144 km 6914 km macht die ich in Chile gefahren bin.

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Jippi!!! Bin am Ziel in Ushuaia. Die südlichste Stadt der Welt. Von hier aus geht es nur noch mit dem Schiff weiter in die Antarktis. Nach 15 Monaten netto Reisezeit, 16 verschiedene Länder und 60.890 km gefahrene Strecke bin ich angekommen. Ich kann es noch gar nicht realisieren, das ich tatsächlich schon da bin. Die Übernachtung in Rio Grande war gut und ich konnte warm duschen. Dann fuhr ich die letzten 210 km südlich nach Ushuaia. Die flache Landschaft änderte sich nach 100 km und ich kam in die Cordoliäre die Andenausläufer die schneebedeckten Gipfel die ins Meer abfallen. Ushuaia empfängt mich mit bedecktem Himmel und 8 Grad. Der Ort hat 65.000 EW. Es gibt auf der anderen Seite des Beagle Canales auf der chilenischen Seite noch einen Ort der weiter südlich ist. Puerto Williams. Der aber nur 2500 EW hat und nur mit dem Schiff erreichbar ist. Mal schauen, ob ich da einen Tagesausflug hin mach. Ich muss mich vorrangig um einen sicheren Stellplatz für die nächsten 5 Wochen kümmern. Nachmittag schaute ich mir noch den Ort an und ging was Essen. Abends stellte ich mich an eine Tankstelle zum übernachten.

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Ushuaia. Erst bin ich zum Flughafen gefahren, der nicht viel größer ist wie der Dachauer Bahnhof. Dort fragte ich bei der Flughafenpolizei ob es möglich ist mein Auto über 5 Wochen hinweg dort sicher ab zu stellen. Sie sagten ich müsste das Auto bei Ihnen anmelden und sie würden dann darauf aufpassen. Kostenlos. Das sind ja mal gute Nachrichten. Dann fuhr ich in die Stadt um bei 2 Anbietern für die Antarktiskreuzfahrten nach Last Minute Angeboten nach zu fragen die 10 Tageskreuzfahrt kostet normal 9000 bis 15.000 USD aber ein paar Tage vorher, wenn nicht alles verkauft ist, werden diese angeblich zwischen 5600 und 6500 USD angeboten. Nun ich habe meine emailadresse bei beiden hinterlassen und warte Anfang  Januar auf Angebote.  Anschließend ging ich zu einem Friseur und ließ mir, das ich beim Heimbesuch nicht ganz so „verwildert“ ausschau die Haare schneiden. Weiter habe ich gelesen, das man noch 130 km weit südlicher fahren kann. Die Straße führt erst noch zu einem kleinen Fischerdorf, dann kommt noch ein Museum und dann soll sie angeblich im Nix enden. Aber da ich Zeit habe kommt mir diese Herausforderung so weit nach Süden fahren als möglich gerade Recht und ich machte mich Abends schon mal auf den Weg und blieb wieder an einer anderen Tankstelle übernacht.

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Harberton. Nach 50 km kam ich an Skigebieten vorbei und die Straße ging ab in eine Schotterstraße. Aber es lohnte sich, die Landschaft ist atemberaubend. Auch das Wetter war heute nicht besonders windig und auch trocken. Ich fuhr bis zum bitteren Ende nach Rio Moat. Dort stand noch ein Haus vor dem einige Pferde herum liefen und neben dem Haus wird die Straße zur Wiese. Dies ist nun definitiv der südlichste Punkt den man mit einem Auto erreichen kann. Da es dort nicht besonderes gab kehrte ich um und fuhr zurück nach Harberton wo ich auf der Hinfahrt mir schon das Dorf angeschaut habe und das Museum. Da fand ich einen netten Campingplatz wo bereits jede Menge Autos standen. Aber Abends fuhren alle weg und ich stand an einem schönem Flusslauf ganz allein in der Prärie. Ich sah einen schönen Sonnenuntergang und genoss die Ruhe.

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Ushuaia. Die Nacht in der Pampa war ruhig und mit wenig Wind. Ich sah Wildpferde, einen Fuchs und viele Vögel die um mein Auto herum waren. Dann fuhr ich wieder zurück Richtung Ushuaia. Dabei schaute ich mir noch Porto Almanza an und kam auch an einem Skigebiet vorbei. In Ushuaia ging ich dann noch mal Weihnachtsgeschenke kaufen und was Essen. Abends stellte ich mich wieder vor eine Tankstelle und kochte mir Abendessen.

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Ushuaia. Die Nacht vor der Tankstelle war wieder ruhig. Der Ansturm und Lärm geht erst so ab 9 Uhr an. Bei uns wäre da schon ab 7 Uhr was los. Ich habe heute noch meine Tasche gepackt. Mit all meinen Geschenken geht sie grad noch so zu. Dann habe ich meine Wäsche noch zum waschen gebracht. Die ich um 18 Uhr wieder abholte. Nachmittags habe ich dann Fotobuch gemacht und noch meine Markise getrocknet. Es ist schon ein bisschen was zu organisieren wenn ich nach Hause fliege. Abends bleibe ich direkt am Flughafen, da ich ja morgen in der Früh um 7 Uhr schon dort sein muss, da der Flug um 9 Uhr geht.

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Carretera Austral

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Yelcho en la Patagonia. Um 8 Uhr kam die Fähre am Festland in Chaiten an. Der Ort war recht klein, aber wie es ausschaut für die nächsten paar hundert Kilometer der größte. Ich parkte vor einer Bäckerei und legte mich noch 2 Stunden schlafen.  Dann kaufte ich Semmeln und noch Gemüse. Ich fuhr noch zu einer Werkstatt und fragte ob Sie meine Standheizung richten könnten. Leider ohne Erfolg. Dann fuhr ich noch zu zwei Geschäften und fragte wo ich meine Gasflasche füllen könnte. Sie meinten das wäre schwierig mit dem Gewinde in Chile. Als das Wetter ein bisschen aufriss fuhr ich los die Carretera Austral. Ich genoss die wilde Landschaft. Ich sah Mengen an Wasserfällen, saftige Weiden und weite Gebirgsbäche. Nach 60 km war ein Campingplatz und ich schaute nach, das der nächste noch so an die weiteren 60 km wäre. Nun ich brauche nicht zwangsläufig einen Campingplatz aber da ich bei Regen und Kälte mich meist im Auto aufhalte, ist es angenehm Internet zu haben. Ich kochte Spinat mit Kartoffeln und Spiegeleiern mit meinem Gaskartuschenkocher und genoss den Abend.

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Puyuhuapi. Ich bin wieder am Meer, oder zumindest in einem Fiord, dies war durch die Zunami Zeichen zu erkennen. In der Früh legte sich der Regen und es ist bei bewölktem Himmel 10-12 Grad warm. Die letzte Nacht hatte nur noch 3 Grad. Was in der Früh schon grausig kalt ist beim Aufstehen. Erst jetzt sah ich die idyllische Landschaft um mich herum. Mein Nachtplatz liegt wunderschön an einem See mit fast rundherum schneebedeckten Bergen. Der freundliche Hotelbesitzer ließ mich kostenlos, normal 40,-€, Nebensaison 20,-€ für das Camping. Ich gab Ihm zwei Lesezeichen und meinen Internetreiseblog. Da freute er sich. Dann fuhr ich los. Die Landschaft fand ich so atemberaubend das ich teilweise nur 30 kmh fuhr um mich satt zu sehen. Ich kam vorbei an vielen Wasserfällen, Gletschern, Weiden und blühend weiß, rot oder gelbe Bäume. Ich kam unerwartet an einer Tankstelle vorbei. Somit hat dies mit 500 km ohne Tankstelle nicht gestimmt. Nach ungefähr 100 km ging die Teerstraße aus. Ich fuhr heute nur 130km da ich an Puyuhuapi nicht vorbei fahren wollte. Dies ist ein Ort wo ich an einer Wäscherei übernachte und mir gleich die Wäsche waschen lassen kann. Somit war ich heute bereits um 14:30 am Nachtplatz. Aber das passte, denn da begann es eh wieder zu regnen.

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Rio Cisnes. Heute fuhr ich nur 60 km. In der Früh holte ich meine Wäsche ab und die Frau verkaufte mir auch noch selbst gebackene Semmeln. Dann fuhr ich los bei bewölktem Himmel und bei Regenschauer. Nachts hat es nur noch 4 Grad und tagsüber so um die 10 Grad. Die Landschaft ist so schön, das es ein wenig schade ist, das aufgrund des Wetters ich nicht alles sehen kann. Nachmittags kam ich zu einem einsamen Campinplatz der von einem sehr freundlichem jungem Paar betrieben wird. Er liegt am Fluss und das Pferd, Schafe, Hühner und Katzen streunen um mein Haute herum. Ich kochte wieder mit meinem Außenkocher im Auto, wobei ich auch hier die letzte Gasflasche in Betrieb habe.

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Coyhique. Heute fuhr ich 140km vorbei an Blütenprachten am Fahrbahnrand, Wasserfällen und schneebedeckten Bergen. Coyhique , 45.000 EW, ist die letzte größere Stadt auf dem Weg in den Süden. Ich versuchte in einem Elektrofachgeschäft und in einem Baumarkt einen Heizlüfter und ein Kabel für meinen Bus zu kaufen. Dann könnte ich an manchen Campingplätzen mir das Auto wärmen. Leider gab es diese Geräte nicht, da ja Weihnachten kommt und somit Sommer ist. Sie haben die Produkte raus geräumt und den Campingdingen Platz gemacht. Welche Ironie. Ich versuchte auch noch mal erfolglos meine Gasflasche füllen zu lassen. Mit dem Campingplatz hatte ich Glück. Es ist wieder mal ein sehr freundliches und hilfsbereites junges Pärchen. Der Vermieter sagte mir einen Gasbefüller, wo es klappen könnte und einen Mechaniker, der sich ev. Mal meine Standheizung anschaut. Da bin ich ja gespannt auf morgen…

Abends schaute ich mir noch zu Fuß den Ort an und ging ein Bierchen trinken.

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Coyhique. Ich fuhr also heute zu dem vom Campingplatzbesitzer empfohlenem Mechaniker Felipe. Felipe und sein Vater betreiben die Werkstatt mit ca. 6 Mechanikern. Ich fuhr über eine Grube, was ein Fortschritt war, denn als ich vormals versucht habe das Auto reparieren zu lassen, fand dies meist nur im Hof statt. Und wir schraubten meine Unterbodenbleche ab. Dann wurde die Heizung demontiert. Die Mechaniker sagten, das Sie so was nicht kennen und gingen dementsprechend umsichtig damit um.

Das dauert dann aber auch. Mittags hab i im Bus Brotzeit gemacht, da war auf einmal die ganze Mannschaft verschwunden und die Tore für zwei Stunden zu. Die Heizung wurde nachmittags zerlegt und gereinigt. Als wir um 18 Uhr die Heizung wieder eingebaut haben, ging diese leider nicht. Aber wir stellten fest, das auf der anderen Seite unter einer Verkleidung Diesel raus tropfte. Wir machten die Verkleidung ab und sahen eine Eberspächer Standheizung. Ohhh Mann, wir haben den ganzen Tag das falsche Gerät, den Zuheizer, der geht abgebaut zerlegt, gesäubert etc. Nun bauten wir die Eberspächer die voll Diesel tropfte aus. Um 19:30 Uhr war die Heizung zerlegt und in Reinigungspiritus eingelegt. Nur nun machte die Werkstatt Feierabend. Felipe ließ mich in meinem Bus in der Werkstatt übernachten. Somit schaute ich ein bisschen im Internet und kochte mein Abendessen.

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Villa Cerro Castillo. In der Früh ging es weiter mit der Reparatur. Die Spannung ob es klappt steigt. Die Mechaniker arbeiten gründlich aber langsam. Bis auf ein mal Mittag wieder eh ich mich versah die Tore zu waren und zwischen 13 und 15 Uhr keiner mehr da war und ich eingesperrt war. Nun dann kochte auch ich mir Mittagessen im Bus und las ein Buch. Nachmittags war es endlich so weit das wir es probieren konnten und siehe da: Es hat sich gelohnt. Die Heizung läuft. Sie raucht und stinkt aber sie läuft. Gott sei Dank! Ich bezahlte meine Rechnung netto 154.000 Pesos. Ich gab Trinkgeld 160.000 Pesos, was ungefähr 210,-€ waren. Ich hab mit mehr gerechnet, wenn man die Arbeitsstunden zusammenzählt, aber ich fand es sehr fair. Ich bedankte mich herzlich und fuhr los. Das nächste Ziel ist meine 3 kg Gasflasche befüllt zu kriegen. Ich bekam einen Tipp, wo es klappen sollte. Leider sagte der Mitarbeiter er kann die Flasche nicht füllen. Ich fuhr noch zu 3 Geschäften auf der Suche nach einem Adapter, aber auch das schlug fehl. Dann ging ich Lebensmittel einkaufen und zu einem Baumarkt um mir einen ortsüblichen Gaskocher zu kaufen. Ich habe mittlerweile 4 verschiedene Kocher. Bei dem Amerikaner habe ich noch eine halbe 400gr. Gasflasche und wenn die leer ist werde ich mich von dem Kocher trennen. So nun fehlt noch Diesel. Nur noch tanken und dann endlich los. Es ist schon 18.15 Uhr als ich weg kam. Ich fuhr bis 20:00 Uhr ca. 100 km bis nach Villa Cerro Castillo wo ich auf einen Campingplatz parkte und meine Standheizung und ein gutes selbstgekochtes Abendessen genoss.

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Parque Patagonia. Nach einer schönen warmen Nacht und einem gut geheiztem Auto während des Frühstückes machte mir der Regen nichts aus. Ich fuhr los und es ging von einer Baustelle in die Andere. Um 15 Uhr nachmittags ließ der Regen nach und ich konnte wieder mal die malerische Landschaft sehen. Samaragdgrüne Seen und gletscherweisse Bergbäche neben unzähligen Wasserfällen säumten die Straße. Ich fuhr auf einer Höhe von 100 bis 400 m und es schien als ob die Schneegrenze bei etwa 600 bis 700 m Höhe liegt. Da aber nun kaum mehr Teerstraßen anzutreffen sind dauerte die Fahrt von 210 km 8 Stunden, wovon ich eine Stunde Brotzeit machte. Als Nachtplatz fuhr ich in den Parque Patagonia wo ich Abends bei Vollmond die weißen Berge bewundern konnte.

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Parque PatagoniaHeute Früh kam der Ranger und kassierte den Eintritt für den Nationalpark und die Nacht Camping im Auto. Ich fragte Ihn nach den Optionen für den Weg in den Süden. Er sagte mir, das es die Möglichkeit gibt von Caleta Tortel aus mit der Fähre 3 Tage lang nach Puerto Natales zu fahren. Es soll eine wunderschöne Fahrt sein. Auch die Fahrt nach Caleta Tortel soll sehr schön sein. Nur weiß er nicht wann die Fähren fahren? Was diese kosten? Und ob es noch Platz gibt? Falls das für mich nicht passt, müsste ich wieder zurück fahren und kostet mich einen ganzen Tag. Ich überlege gerade und wäge ab was ich tun werde. Erst mal frühstücken und dann entscheiden.

Neben mir steht noch ein deutscher Mercedes Kastenwagen die ich besuchen ging. Es waren Felix und Michelle aus der Nähe von Kaiserslautern. Sie kamen von Montevideo und gaben mir Tipps wo ich hinfahren könnte. Ich entschied mich über den Paso Roballos nach Argentinien zu fahren. Das mit der Fähre war mir zu unsicher. Auf dem Weg sah ich jede Menge freilebender Ficunas oder Lamas die oft über die Straße liefen. Ich brauchte bis zur Grenze und dann zum ersten Ort in Argentinien 6 Std. für 180 km. Bajo Caracoles hatte nur ein paar Häuser und die Tankstelle nahm nur Bargeld was ich nicht hatte. Ich habe Also fuhr ich nach Gobernador Gregores was noch etwa 220 km entfernt lag. Dazwischen sah ich nicht ein Haus. Nur Steppe. Gesamt fuhr ich heute 390km. Abends stellte ich mich hinter der Tankstelle ein bisschen windgeschützt zum übernachten ab. Aber der Wind war so stark, das mein Auto wackelte und ich Angst hatte, das mein Zeltdach einknickt, so das ich nachts das Dach lieber zu machte.

In Chile habe ich bis jetzt 6144km zurück gelegt.

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El Calafate. In der Früh ging der Wind so stark, das mein Teewasser auf dem Herd herausschwappte weil das Auto so wackelte. Ich versuchte noch erfolglos bei 3 verschiedenen Anbietern mein Gas befüllt zu bekommen und ging noch einkaufen. Dann fuhr ich los 315km nach El Calafate. Den ganzen Weg entlang sah ich nur 3 Häuser. Keine Tankstelle und fast nur Wüste. El Calafate ist ein Touristenort. Von hier aus kann man Gletscher anschauen die einen See fließt. Ich kam wieder nahe der Chilenischen Grenze. In El Calafate ging ich Geld tauschen und suchte einen Campingplatz.

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